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Messe Karlsruhe | 10 – 15.30 Uhr | 300 Aussteller | Eintritt frei!

Besucherrekord bei der „Einstieg Beruf“

Hoteldirektoren brauchen kein Abitur, Polizisten müssen 3000 Meter laufen können, Restaurantfachleute auch Cocktails mixen, Köche brauchen Butter für Creme Brulée, Stuckateure brauchen Geduld, weil Gips eine Stunde zum Trocknen braucht, Dachdecker einen guten Gleichgewichtssinn und Fachinformatiker nicht einmal drei Jahre Ausbildung, um Virtual Reality-Brillen programmieren zu können. Insgesamt 300 Aussteller versorgten Jugendliche mit und ohne Eltern auf der größten regionalen Ausausbildungsmesse „Einstieg Beruf“ mit Informationen rund um die dualen Ausbildungsberufe.

Von einem „Happening“ sprach Ingo Zenkner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Karlsruhe-Rastatt, von einem unbedingt erforderlichen Baustein in der Berufsorientierung. IHK-Hauptgeschäftsführer Prof. Hans-Peter Mengele nannte die Messe „eine große Partnerleistung mit einer enormen Reichweite in die Zielgruppe der jungen Menschen hinein“ Es ist sehr schön, dass die Schülerinnen und Schüler noch Interesse an „Face-to-Face-Beratung haben“, erklärte Zenkner. „Bei der Unmenge an digitalen Angeboten verliert man nämlich den Überblick.“

 

 

Dass die drei Veranstalter IHK, Handwerkskammer und Agentur für Arbeit mit der Messe den „Nerv der Zeit getroffen haben“, bewies auch die Rekordbesucherzahl von 18.500 (im Vorjahr waren es 17.000). „Jugendliche suchen automatisch einen ähnlichen Beruf wie die Eltern. Da ist es umso  wichtiger, dass sie die ganze Bandbreite an Berufen kennen lernen“, kommentierte IHK-Präsident Wolfgang Grenke im Eröffnungstalk mit Moderator Mathias Zurawski.

Eine Branche hatte eine besondere Attraktion im Gepäck: Mit dem Gastrosurfer und dem Gastromobil begeisterte das Hotel- und Gastgewerbe für seine Berufe. Bei der Fahrt auf dem Surfbrett durch venezianische Küchen und Kreuzfahrtschiffe waren Geschick und Wissen gefragt und im Gastromobil konnten mit Geschmack und kulinarischem Vorwissen virtuell Gerichte zubereitet und Tische gedeckt werden.

Foto-Impressionen der Einstieg-Beruf 2016

Zu Gast waren auch 70 Jugendliche aus Frankreich, die zu einem Einführungsvortrag über die grenzüberschreitende Ausbildung und einem geführten Messerundgang geladen waren (Zenkners Kommentar: „Wir leben hier Europa“) und auch eine Reihe von VABO (Vorbereitung Arbeit und Beruf ohne Deutschkenntnisse)-Klassen mit Flüchtlingen wanderte über die Messe. Wolfgang Grenke und Ingo Zenkner informierten über die aktuellen Zahlen: „Wir haben im vergangenen Jahr 100 jugendliche Flüchtlinge in Ausbildung und 100 Erwachsene in Arbeit gebracht. Wir haben schon viel erreicht, aber wir dürfen nicht ungeduldig werden. Die Integration dauert erfahrungsgemäß sechs bis zehn Jahre.“

Nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr wurden auch 2017 wieder beim Speed-Dating im Minutentakt Praktikumsplätze erobert und Vorstellungsgespräche vereinbart.

Wer mehr Zeit hatte und keine Scheu vor der großen Bühne, konnte auch beim Azubi-Herzblatt „Praktikant gesucht“, Kontakte knüpfen. Neu war in diesem Jahr die „Job-Wall“, die einen kompakten Überblick über offene Ausbildungs- oder Praktikumsplätze der Aussteller bot.

Bereits im Vorfeld hatten die drei Veranstalter auf ein ganz aktuelles Thema hingewiesen, das auch für die „Einstieg Beruf“ eine große Rolle spielt. „Digitalisierung verändert das ganze Feld der Ausbildung“, erklärte Prof. Mengele. „Wer gut ist und eine fundierte Ausbildung absolviert hat, hat beste Möglichkeiten. Aber es herrscht eine große Unsicherheit vor, was die Digitalisierung für den Arbeitsmarkt bedeutet. Viele Berufe sind massiv betroffen, die Anforderungsprofile werden anspruchsvoller, die Spannbreite größer. Das mitzuerleben ist zugleich auch eine große Chance für junge Leute.“

Handwerkskammer-Präsident Joachim Wohlfeil ergänzte: „Die jungen Leute wachsen heute auf in der Welt als Gemischtwarenladen. Sie brauchen Orientierung. Wir wollen sie von der dualen Ausbildung überzeugen, sie nicht überreden. Das Zusammenspiel von akademisch Gebildeten und Facharbeitern mit Praxiserfahrung macht den Erfolg der Wirtschaft hierzulande aus.“

Nach Ansicht von Zenkner wird sich die „Welt der Ausbildung verändern, nicht die Menge der Berufe, aber die Inhalte werden unternehmensnah angepasst.“ Prof. Mengele nannte einen wichtigen Faktor, der im Zeitalter der Digitalisierung deutlich an Stellenwert gewinne: Die sozialen Kompetenzen. „Die duale Ausbildung vermittelt die sozialen Kompetenzen wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Verantwortungsbewusstsein in besonderem Maße.“ Zenkner sprach von der dualen Ausbildung als Rückgrat unserer Industriegesellschaft.